Das ‚Management’ der Entfaltung von Städten für die darin lebenden Menschen und für die hier tätigen Unternehmen und Einrichtungen ist eine Aufgabe, die das umzusetzen trachtet, was im jeweiligen städtischen Raum politisch, d.h. in der Abwägung und der Entscheidung zwischen verschiedenen Vorstellungen und Interessen, gewollt wird. Fragt man grundsätzlich, auf welche Entfaltungsdimensi­onen denn entsprechende politischen Diskurse bezogen sind/ sein könnten, und um welche Qualitäten es in diesen denkbaren Entfaltungsbereichen geht, dann braucht man eine operationalisierbare Idee davon, was Entfaltung von Menschen denn meint und in welchen Dimensionen sie sich vollzieht.

Man kann schon sehen: ‚Kulturmanagement’ be­deutet das Offenlegen von Entfaltungsfaktoren im städtischen Raum in ihren Relationen zueinander und im Speziellen zu Kunst- und Kulturschaffenden sowie anderen Trägern der ‚Artikulation’ im und zu einem bestimmten städtischen Raum. Es bedeutet – wesentlich auch, mit den Mitteln von Kunst sowie mit kulturellen Produkten und Aktivitäten – den städtischen Raum lesbar, verständlich und insofern diskutierbar und bewusst gestaltbar zu machen.

Das zu leisten, ist keine punktuelle sondern eine kontinuierliche Aufgabe, weil kein Stadtteil je ‚fertig’ wird, sondern seine Entfaltungs­qualität gerade darin bestehen wird, über eine abgesicherte, weiter gestaltbare, mehrfach sinnvolle Infrastruktur dazu zu verfügen, dass man die einen Stadtteil in seiner Identität stiftende und beheimatende Kraft genauso erhalten kann, wie man ihn in seiner Lebendigkeit und beständigen Transformation zu moderieren hilft, so dass sich Stadtbewohner gleichermaßen aufgehoben und aktiviert erfahren können, um gemeinsam immer neu zu tragfähigen Entscheidungen über die weitere Entwicklung des städtischen Raumes zu gelangen.

Dabei ist klar: eine gebaute Gestalt eines Quartiers ist nur bedingt veränderbar. Aber man kann kulturell einen bestehenden städtischen Raum mit sog. ‚Events’ bewusst machen oder auch ‚kommentieren’. Von kulturellen Interventionen und ˌEventsˈ im öffentlichen Raum kann insofern eine Modifizierung der bestehenden Stadtteilsituation ausgehen, z.B. als eine Veränderung der herrschenden Atmosphären, aber auch der Beheimatungs- und Erscheinungsmöglichkeiten, die in einem städtischen Raum bestehen. Deshalb sind kulturelle Interventionen in einen Stadtteil ein mögliches Mittel der Entfaltung des Gegebenen und auch Bestandteil des Kulturmanagements.